Fachtag „Risiko aus dem Netz 2.0"
„Risiko aus dem Netz 2.0 - Jugendsexualität und Pornografie
Freitag, 1. März 2024
von 09.00 bis 15.00 Uhr
Landkreis Verden
Kreistagssaal, Lindhooper Straße 67, Verden (Aller)

Zu dieser Veranstaltung lädt der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises Verden alle Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und Jugendarbeit ein.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um mit jungen Menschen über die Bereiche Pornografie und Sexualität ins Gespräch zu kommen? Weder eine Überdramatisierung noch eine Verharmlosung sind hilfreich. Stattdessen benötigen Fachkräfte spezifische Kompetenzen, Wissen und einen sensiblen Zugang, um eine offene Diskussion zu ermöglichen.
Nach einer Einführung in das Thema gibt es die Möglichkeit, aus vier verschiedenen Workshops zu wählen. Bitte geben Sie in der Anmeldung Ihren Erst- und Zweitwunsch an.
Workshop: Jugendsexualität und Pornografie - Was brauchen Fachkräfte in der Arbeit zu dem Thema?
Oft wird auf Pornografie als ein grundsätzliches Risiko und Tabu geschaut. Dabei könnte ein Ansatz für Fachkräfte im Umgang mit Pornografie darin liegen, ressourcenorientiert Kompetenzen zu vermitteln: Pornografiekompetenz als spezielle Form von Medienkompetenz.
In sexualpädagogischen Angeboten kommt es darauf an, sich mit dem Thema angemessenen auseinanderzusetzen und es mit den Jugendlichen besprechbar zu machen. In diesem Workshop soll es um die Fragen gehen:
- Wie begegnet Sexualität Jugendlichen in den Medien?
- Wie ist eigentlich meine eigene Haltung gegenüber Pornografie?
- Und was bedeutet in der Arbeit mit Jugendlichen die Vermittlung von Pornografiekompetenz?
Referentin: Anja Franke, Diplom- und Sexualpädagogin, Dozentin am Institut für Sexualpädagogik (isp)
Workshop: Pornografie und Jungenarbeit
Das Ansehen pornografischer Videos zur Selbstbefriedigung gehört für viele Jungen zu ihrem Alltag. Als begleitendes Dauerthema werden immer wieder verschiedene Themen und Befürchtungen öffentlich verhandelt, die auf die negativen Wirkungen des Pornografiekonsums referieren. Sei es hinsichtlich gewalttätiger Sexualität, gelernte „falsche“ Skripte oder Leistungsdruck, die Ängste sind zahlreich. Was ist dran an diesen Annahmen, können Jungen aus Pornos auch etwas lernen (für die Gestaltung der eigenen Sexualität)? Und wie gelingt es, über ein derart schambesetztes Thema mit Jungen ins Gespräch zu kommen? Diesen Fragen soll in dem Workshop nachgegangen werden.
Referent: Jörg Nitschke, Diplom-Sozialarbeiter und -pädagoge (M.A.), Dozent am Institut für Sexualpädagogik (isp)
Workshop: Pornografie als Ressource für queere Jugendliche?!
Oft steht die Frage im Raum: Was macht Pornografie mit Jugendlichen? Ein anderer Blick kann allerdings den Zugang zum Thema schärfen und möglicherweise auch ein bisschen leichter machen. So kann auch die Frage gestellt werden: Was machen queere Jugendliche mit Pornografie? Im Workshop wird anhand der Studienlage auf queere Jugendliche geschaut und wie diese Pornografie (auch) wahrnehmen und was dies für uns als Fachkräfte bedeutet. Ziel ist es, die eigene Handlungssicherheit zu erweitern.
Referent: Danilo Ziemen, Sexualwissenschaftler (M.A.), Dozent am Institut für Sexualpädagogik (isp)
Workshop: ... und die Mädchen?!
Während von Pornografiekonsum im Alltag von Jungen ausgegangen wird, ist es für Pädagog*innen in der Arbeit mit Mädchen eher kein Thema. Aber ist das wirklich so? Die Anforderungen an Pädagog*innen zum Thema Pornografie zu arbeiten sind vielfältig und die Auseinandersetzung mit Handlungsunsicherheiten eine Grundvorraussetzung. Welchen Zugang haben Mädchen zu Pornografie? Was interessiert sie und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Wie können wir mit Mädchen gut zu dem Thema arbeiten? Braucht es spezifische Angebote? Diesen Fragen soll in dem Workshop nachgegangen werden.
Referentin: Kathrin Brönstrup, Diplom Sozial- und Sexualpädagogin, Dozentin am Institut für Sexualpädagogik (isp)
